Energieeffizienz

Energieeffizienz als Abfallprodukt des Wohnkomforts

oder "Die wunderbare Geschichte des Passivhauses"

Als das Passivhaus in den 80er Jahren geboren wurde, ging es nicht um Umweltschutz und Energieeinsparmöglichkeiten, um knapper werdende Ressourcen und alternative Energielieferanten.

Es ging um ganz andere Fragen: wie kann das allgemeine Wohlbefinden speziell in Wohngebäuden gesteigert werden? Warum fühlen sich Menschen in bestimmten Räumen ganz besonders wohl und in anderen nicht? Wie ist überhaupt Wohlbefinden zu definieren?

Am Anfang der Untersuchungen stand die Definition: Wohlbefinden und Behaglichkeit bedeutet fern sein von Unbehaglichkeit.

Studien verdeutlichten, was als unbehaglich empfunden wurde:

  • schlechte Gerüche
  • zu hoher CO2-Gehalt (führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit)
  • zu trockene Luft (verursacht trockene Schleimhäute und verstärkten Staubanfall)
  • zu feuchte Luft (bewirkt Schimmelbildung und Wachstum der Hausstaubmilben)

Man musste also eine Lösung finden, um die Wohnraumluft zu verbessern. Die kontrollierte Wohnraumlüftung wurde so zu einem vieldiskutierten und vielbeachteten Thema.

Auch das menschliche Temperaturempfinden wurde genau unter die Lupe genommen: dabei stellte man fest, dass ein Temperaturunterschied zwischen Knöchel und Schläfe von 1,5 bis 2,0 Grad ein subjektives Gefühl von kalten Füßen hervorruft − egal, wie kalt oder warm es tatsächlich im Gebäude ist! Auch Zugerscheinungen durch den Kaltluftabfall an kalten Außenwänden und Fenstern verursachten Unbehaglichkeit. Auch zu große Temperaturunterschiede von Außen− und Innenwand empfanden die Probanden als äußerst unangenehm.

Es ging nun darum, Temperaturunterschiede, Zugerscheinungen und Strahlungsassymetrien von Oberflächen weitestgehend zu beseitigen. Als effektive Lösung fungierten hochwärmegedämmte Außenwände und Fenster mit einem U-Wert von nicht mehr als 0,8 W/(m2K).

Einer der wichtigsten Wegbereiter für ein spürbares Plus an Wohnkomfort und Wohnbehaglichkeit war und ist der Gründer des “Passivhaus Institut” in Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist.

Als der deutsche Bauphysiker die Ergebnisse der Studien und Tests auswertete, war für ihn klar: es ist nur noch ein kleiner Schritt zu einem hochenergieeffizienten Haus. Ein völlig neuer Haustyp, der auf ein aktives Beheizungssystem nahezu vollständig verzichten kann.

Ein Haus mit ganz viel Behaglichkeit und Wohlbefinden − und das darüber hinaus die Umwelt und die Energieressourcen nachhaltig schont und spürbar Geld sparen hilft.

Ein neuer Haustyp − mit vielen Vorteilen in allen Bereichen!